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II. Internationales Jugendmediencamp 2003

Vom 03. Juli bis 15. Juli 2003 fand zum sechsten Mal eine internationale Jugendbegegnung mit 20 Teilnehmern aus 5 verschiedenen Ländern (Russland, Rumänien, Slowakei, Polen und Deutschland) im Edith-Stein-Haus Parchim statt.

 

Zum zweiten Mal wurde nach 2002 auch dieses Jahr ein Jugendmediencamp um und mit dem Medium Radio durchgeführt. Ein Teil der Teilnehmer kam zum wiederholten Male hierher, um ihre Kenntnisse die sie bereits 2002 erworben hatten zu erneuern bzw. zu vertiefen. Die Jugendlichen hatten alle ein Alter zwischen 18 und 26 Jahre und sind zum größten Teil Journalistikstudenten. Die Seminarsprache war Deutsch, so dass zeitraubende Übersetzungen wegfielen, was der Vermittlung des umfangreichen Inhaltes sehr zu Gute kam.

 

Die Jugendlichen zeigten sehr viel Engagement und großes Interesse am gebotenen Programm. Es gab Einblicke in die Produktionsweise des Radios und es wurden die einzelnen Produktionsschritte näher erläutert. Neben den kurzen theoretischen Einweisungen stand die Praxis im Vordergrund. Der erste Beitrag, der von jedem einzelnen Teilnehmer gefertigt worden war, stellte eine andere Person aus dem Camp vor. Hierzu mussten Interviews geführt werden mit Fragen über bzw. zu der betreffenden Person. Weiterhin musste eigene Meinung mit eingearbeitet werden. Der ganze Beitrag durfte ca. 90 Sekunden betragen, so dass hier das Schneiden am Computer hinreichend geübt werden konnte. Die Teilnehmer merkten schnell, wie schwer es ist aus einem großen Informationsvolumen einen kurzen Beitrag zu produzieren. Nach dieser Übung die gleichzeitig dem näher kennen lernen diente, wurden zwei Produktionsgruppen durch die Referenten Katja Röckel und Udo Israel gebildet. Beide Referenten waren auch schon beim ersten Jugendmediencamp mit dabei. Eine Gruppe produzierte ein Hörstück zum Thema „Zeit“, die andere Gruppe eine Magazinsendung. Beide Gruppen waren sehr engagiert, doch das Ergebnis war auf Grund der unterschiedlich genutzten Technik auf verschiedenen Niveau. Am Ende war jeder Teilnehmer in der Lage alleine bzw. innerhalb der Gruppe eine Sendung zu produzieren. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit wie schon im Vorjahr sich als Moderator, Techniker oder Musikredakteur auszuprobieren. Dieses wurde von den Jugendlichen sehr gelobt.

 

Zur Auflockerung wurden Exkursionen nach Hamburg u.a. zu einem privaten Radiosender, nach Rostock zu einem öffentlichen Fernsehsender und der IGA sowie nach Schwerin zum NDR und dem Landtag durchgeführt. Die Exkursionen dienten nicht nur der Allgemeinbildung sondern gaben die Chance die journalistischen Fähigkeiten zu üben, indem hier Interviews mit den Verantwortlichen vor Ort geführt sowie O-Töne aufgenommen wurden.

 

Der NDR zeigte auf Grund des im Jahre 2002 durchgeführten Jugendmediencamps reges Interesse, was sich widerspiegelte in der Aktion, dass sie einen Ü-Wagen schickten und Aufnahmen sowie eine Reportage machten, die in den Hauptnachrichten und im Nachmittagskulturteil gesendet wurden. Außerdem wurde im Radio in der Sonntagmorgensendung Kirche in M-V ausführlich über das Camp berichtet. In allen ausgestrahlten Sendungen wurde auch Ihre Institution als Mitfinanzierer genannt.

 

In der Presse wurden verschiedene Artikel veröffentlicht, Es gab auch Veröffentlichungen in der

ausländischen Presse.

 

In Auswertung des durchgeführten Camps mit den Teilnehmern und Referenten ist zu bemerken, dass der vermittelte Stoff in einem gut dosierten Umfang vermittelt worden ist. Die Jugendlichen äußerten sich positiv, dass sie nicht nur die Technik ansehen durften, sondern vor allem auch praxisnah arbeiten konnten, was zum großen Nutzen für ihr Studium diente. Negativ war anzumerken, dass 20 Teilnehmer zu viel sind. In der Zukunft sollten maximal 16 Jugendliche teilnehmen, damit die Referenten ausreichend Zeit haben zur individuellen Betreuung.

 

Obwohl sich die meisten Jugendlichen vorher nicht kannten, hat sich sehr schnell eine tolle Gruppendynamik entwickelt und die Völkerverständigung war sehr positiv zu bewerten. Alle versuchten nach ihren Möglichkeiten und Fertigkeiten ihr Bestes zu geben und mit dazu beizutragen, dass das Jugendmediencamp für alle ein schönes Erlebnis wurde und man neue und gute Freunde kennen gelernt hat. Zum Schluss wurde der Wunsch geäußert, dass doch wenn möglich auch 2004 wieder ein solches Camp durchgeführt wird. Dazu zeigten die beiden Referenten ihre Bereitschaft.

 

Lothar Pfeil
Stellv. Ltr. ESH und Leiter des Jugendmediencamps

 

 

Bericht zweier Teilnehmerinnen:

 

Im Edith-Stein-Haus Parchim fand zum 6. Mal ein Internationales Jugendbegegnungsseminar statt. Dieses Seminar war wie im letzten Jahr ein Internationales Jugendmediencamp. Dieses fand vom 03.-15.07.2003 im Edith-Stein-Haus statt. Es nahmen 7 Jugendliche aus Rumänien, 3 aus Russland, 2 aus der Slowakei, 5 aus Polen, sowie 3 Jugendliche aus Deutschland an diesem Seminar teil. Die Referenten des Seminars waren wie bereits im letzten Jahr Udo Israel (Halle) und Katja Röckel (Leipzig). Das Jugendmediencamp richtete sich sowohl an Radioneulinge wie auch an Fortgeschrittene im Alter zwischen 18 und 26 Jahren. Das Seminar gab einen Einblick in die Produktionsweisen des Mediums Radio und ermöglichte den Teilnehmern die Kulturen der verschiedenen Länder kennen zu lernen.

 

Ohne die finanzielle Unterstützung von Renovabis, der Landeszentrale für politische Bildung, dem Landesjugendamt Mecklenburg-Vorpommern wäre dieses Seminar nicht so durchführbar gewesen. Natürlich war die technische Ausstattung von großer Bedeutung. Bedanken möchten wir uns auch bei der Firma Sennheiser (Hamburg) für die gesponserten Sachen, über die sich die Mädchen und Jungs alle sehr gefreut haben.

 

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen wurden mit den einzelnen Schritten die zur Vorbereitung einer Sendung notwendig sind, näher vertraut gemacht. Aber es wurde nicht nur theoretisch gelernt, es konnte auch praktisch geübt und ausprobiert werden.

 

Damit am Ende des Seminars zwei Sendungen entstehen konnten, wurden von den Jugendlichen Interviews geführt. Diese wurden nach Einweisung, durch die Referenten, am Computer geschnitten und später zu Beiträgen produziert. Material zu den Beiträgen konnten auch während der Ausflüge gesammelt werden.

 

Am 06. Juli fuhren die Teilnehmer des Jugendmediencamps in die Hansestadt Hamburg. Trotz trübem Wetters verloren wir unseren Humor nicht. Nach Spielen im Bus, kamen wir bei Hamburger Schmuddelwetter an.

 

Diesmal begann unser Aufenthalt mit einer interessanten Hafenrundfahrt mit einer Barkasse. Auch wenn einigen von uns wegen der „2“ m hohen Wellen mulmig wurde und das Wasser über Bord schwappte, hat allen diese Schifffahrt gefallen. Der Kapitän des Schiffes erklärte uns ausführlich den Hamburger Hafen mit seiner Speicherstadt und den vielen verschiedenen Schiffen.

 

Anschließend besuchten wir den freien Radiosender FSK. Ein Mitarbeiter führte uns in die Geschichte der freien Radios, am Beispiel FSK ein und machte uns mit der Technik vertraut. Die Teilnehmer hatten die Gelegenheit zu sehen, wie man vor Jahren mit der damaligen Technik Radio gemacht hat. Wir konnten uns eine Meinung über diesen Radiosender bilden, nachdem wir in eine laufende Sendung hineingehört hatten. Arbeit und Freizeit wurden verbunden, indem die Teilnehmer Interviews und O-Töne aufnahmen.

 

An einem anderen Tag haben wir uns auf den Weg nach Rostock gemacht. Dort begann das Abenteuer „Exkursion“ bei dem freien Fernsehsender „Rok-TV“. Die Mitarbeiter waren sehr freundlich und haben uns durch den Sender geführt und uns dabei die Technik ausführlich vorgestellt. Da wir in viele Sendungen Einblick nehmen durften, bekamen einige von uns Geschmack, eigenes Material in Form von Interviews für die Radiosendung zu sammeln. Ein Erlebnis war es, als eine Mitarbeiterin uns die Möglichkeit gab, eine Aufnahmekamera in der Hand zu halten und dadurch zu schauen. Ein weiterer Höhepunkt in Rostock war der Besuch der Internationalen Gartenausstellung (IGA). Dort erkundeten wir in Gruppen das Gelände.

Nach einem erlebnisreichen Tag fielen wir alle müde ins Bett.

 

Ein weiteres Exkursionsziel war die Landeshauptstadt Schwerin. Dort besichtigten wir als erstes das NDR Landesfunkhaus Schwerin. Frau Wiebke Weitendorf zeigte uns die Studios von Radio und Fernsehen. Auch wenn einige von uns die Studios bereits aus dem letzten Jahr kannten, war es doch ein tolles Erlebnis. Beeindruckt vom NDR fuhren wir zum Schloss. Frau Claudia Richter die Leiterin des Besucherdienstes nahm sich persönlich Zeit für uns und erzählte als erstes vom Sitz des Landtages im Schloss. Das Interesse mehr über den Landtag zu erfahren, war bei den Teilnehmern groß, als sie uns anhand von Folien dieses näher brachte.

 

Nachdem wir über den Landtag informiert waren, zeigte uns Frau Richter viele Teile des Schlosses. Sie führte uns in Räumlichkeiten, in denen andere Besucher keinen Zutritt haben. Zum Beispiel auf den höchsten Turm des Schlosses, welcher uns einen wunderschönen Ausblick über die Stadt Schwerin gab. Beeindruckt von der Stadt Schwerin fuhren wir wieder Richtung Parchim.

 

Die gut ausgewählten Ausflüge dienten nicht nur der Allgemeinbildung, sondern gaben uns auch die Möglichkeit unsere journalistischen Fähigkeiten zu verbessern.

 

Das von den Ausflügen gesammelte Material für Beiträge usw. wurde von den Teilnehmern anschließend bearbeitet. Jeder Tag stand unter einem bestimmten Thema. Am Anfang stand die Recherche und das Interview im Vordergrund. Nach genug Übung zeigten die Referenten den Umgang mit der Technik. Das Schneiden von Beiträgen am Computer sowie der richtige Umgang mit der Musik durften auch nicht fehlen.

Der Leiter des Seminars, Lothar Pfeil, sorgte an den Kurstagen für Überraschungen. An einem Tag kam der NDR mit einem Ü-Wagen zum Edith-Stein-Haus und produzierte eine kurze Sendung über das Camp, die noch am gleichen Tag ausgestrahlt wurde. Außerdem kam der Pressesprecher des Erzbischöflichen Amtes Schwerin, Konstantin Zimmer, nach Parchim und machte Interviews mit den Teilnehmern. Dieses wird in einer Kirchensendung von NDR1 ausgestrahlt.

 

Zum Abschluss entstanden zwei Sendungen. Die erste war eine bunte Magazinsendung mit Beiträgen, Interviews und Musik zum Thema „Marsmenschen“, das andere ein Hörstück über die „Zeit“.

 

Da einige Teilnehmer bereits das zweite Jahr dabei waren, brachten sie viel Wissen mit. Es wurde ihnen aber auch die Möglichkeit gegeben, ihr Wissen zu erweitern.

 

Die ausländischen Teilnehmer konnten sehr gut Deutsch sprechen, daher gab es kaum Verständigungsprobleme. Die Jugendlichen hatten in diesem Jahr mehr Freizeit, daher konnten sie sich besser kennen lernen.

 

Nachdem die Sendungen produziert, aufgenommen und von allen ausgewertet wurden, konnten alle am Abschlussabend ausgelassen feiern.

 

Das Seminar wurde vom ersten bis zum letzten Tag sehr gut organisiert durch den Leiter des Camps Lothar Pfeil. Die Teilnehmer nahmen sehr viel Wissen und Freude mit nach Hause und bekundeten ihr großes Interesse auch 2004 zum „III. Internationalen Jugendmediencamp“ zu kommen. Wir danken allen für die Unterstützung.

 

Csilla Szasz
Teilnehmerin aus Rumänien

 

Kornelia Gudde
Teilnehmerin aus Deutschland

 

 

Ein Zeitungsartikel zum Jugendmediencamp 2003

 

Vom 03. bis 15. Juli 2003 nahmen mehr als 20 Jugendlichen an einem Jugendmediencamp im Edith Stein Haus Parchim teil, welches unter der Leitung von Lothar Pfeil stattfand. Sie alle hatten lange und anstrengende Reisen hinter sich. Die Teilnehmer waren von 18 bis 26 Jahre alt, aus 4 Mittelöstlichen Staaten: Polen, Rumänien, Russland, der Slowakei und aus Deutschland. Ich kann es sagen, dass wir alle waren mit der zusammen verbringenden Zeit zufrieden.

 

Das war doch nicht nur ziellose Ruhe, wir haben die ganze Zeit schwer gearbeitet, aber trotzdem haben wir

uns sehr angenehm gefühlt, und viel Spaß gehabt.

 

Unsere zwei Referenten haben sich darum Sorgen gemacht, dass wir uns nicht wie in der Schule fühlen, und trotzdem viel neues lernen können. Dank den Sponsoren RENOVABIS, Landesjugendamt Mecklenburg-Vorpommern, der Landeszentrale für politische Bildung haben wir alle mit der modernsten Technik arbeiten können. Wir haben Interviews, Reportagen, Beiträge also die unterschiedlichsten Gattungen, mit denen man sich im Rundfunk trifft fertig gestellt. Unsere Aufgabe war aus diese Materialen ein Hörstück und eine Magazinsendung zu machen, die wir am Ende live gesendet haben.

 

Drei Tage haben wir außerhalb der Stadt Parchim verbracht. Wir haben Hamburg, Rostock und die Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern Schwerin besucht. Im Hamburg hat uns am besten der Hafen gefallen, wir haben hier auch ein Hafenrundfahrt gemacht, die wirklich sehr spannend war. In Rostock haben wir die Internationale Gartenausstellung besucht, davon waren wir alle sehr begeistert. In Schwerin haben wir das wunderschöne Gebäude vom Landtag gesehen, und wir haben auch den Norddeutschen Rundfunk besuchen dürfen, dessen moderne Aufbau hat allen von uns gefallen, die wir uns für die Arbeit im Radio interessieren. Wir waren glücklich, weil wir das alles nicht nur sehen, sondern auch ausprobieren konnten.

 

Während unserer Ausflüge haben wir aber nicht unsere Aufgabe vergessen können, und überall, wo es möglich war haben wir an unsere Minidiskgeräte verschiedene Interviews, Umfragen und Geräusche aufgenommen, die für die Sendungen nutzbar sein könnten.

 

Die zwei Wochen waren sehr schnell vergangen. Ich möchte aber sagen, dass außer den neuen Kenntnissen die wir mitnehmen konnten auch viele neue Freunde wir getroffen haben, mit denen sehen wir uns vielleicht nächstes Jahr wieder. Ich glaube, wir alle würden sehr gern in Edith Stein Haus, zu diesen herzlichen Leute wiederkehren, die wollen für uns immer das Beste machen.

 

Angela Havasi
Slowakei

 

Bildergalerie zum Jugendmediencamp 2003