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Grußwort Sommer 2015

Parchim im Juni 2015

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,

am 22. August feiern wir das 20jährige Bestehen des Edith-Stein-Hauses. In einem Festgottesdienst wollen wir Gott dafür danken, dass wir einen kleinen Beitrag für den Erhalt und die Erneuerung der Kirche in Mecklenburg und darüber hinaus im Erzbistum Hamburg leisten konnten. Der Beginn der Vorläufereinrichtung, des St. Nikolaus-Stiftes, liegt genau 90 Jahre zurück. Sie stand nicht nur kirchlich gesehen vor schwierigen Aufgaben. Als Kommunikantenanstalt, eine private Schule zur religiösen Unterweisung der zumeist polnischen Landarbeiterkinder, gegründet, musste sie von Anfang an unter problematischen wirtschaftlichen Bedingungen existieren. Aber sie konnte ihren Auftrag erfüllen, Kinder auf den Empfang der Sakramente vorzubereiten. Das war nicht nur dem Engagement der „Missionsschwestern vom Heiligen Namen Mariens“ zu verdanken, sondern auch den jeweiligen Ortspfarrern und vielen ehrenamtlichen Helfern und Stiftern. Zu Beginn der NS-Zeit wurden die meisten Polen von den Gütern vertrieben und die Kommunikantenanstalt als Privatschule geschlossen. In der Parchimer Gemeindechronik ist zu lesen, dass der damalige Ortspfarrer resignierend zu Protokoll gab, dass die Kirche nun leer wäre und die Gemeinde eigentlich aufgelöst werden müsste. Doch mit dem Zustrom von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen füllte sich die Kirche wieder und es mussten sonntags in der Pfarrkirche mehrere Gottesdienste gefeiert werden. Damit bekam auch das Nikolausstift neue Aufgaben. Schon zwischen Weihnachten und Neujahr 1945 fanden die ersten Exerzitien statt. Ab 1950 wurde es unter Leitung der Jesuiten Exerzitienhaus und ab 1971 Bischöfliches Exerzitien- und Bildungshaus. Mit der Wende und den neuen politischen und materiellen Möglichkeiten wurde 1994 der Grundstein für das Edith-Stein-Haus als Exerzitien- und Bildungshaus gelegt. Im Mai 1995 fanden die ersten Kurse statt. Das wollen wir feiern und darum bitten, dass das Haus auch in Zukunft den Menschen helfen kann, ihren Auftrag in Kirche und Welt zu erfüllen.

Mit sommerlichen Grüßen

Dorothea Dubiel, Rektorin

Dr. Stephan Handy, Diakon