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Geleitwort zum Jahreswechsel 2015/2016

Parchim, den 30.12.2015

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,

Papst Franziskus hat zum 8. Dezember 2015 das „Heilige Jahr der Barmherzigkeit“ ausgerufen. Dazu hat Erzbischof Stefan Heße in seiner Predigt am 12. Dezember zur Öffnung der Heiligen Pforte im Mariendom in Hamburg unter Anderem gesagt:

… Wir stehen Tag für Tag in unzähligen Schwellensituationen, sozusagen an der Tür. Und immer
haben wir es in der Hand, an diese Tür zu klopfen bzw. von der anderen Seite her diese Tür zu öffnen. Das ist ja das Entscheidende an einer Tür. Sie muss sozusagen von zwei Seiten angegangen werden, damit es zu einer Begegnung, zu einem Zusammentreffen kommen kann. Auf der einen Seite braucht es jemanden, der klingelt und anklopft, und auf der anderen Seite jemanden, der bereitwillig öffnet. Es braucht einerseits den Mut, gerade an dieser Tür zu klingeln oder zu klopfen. Manchmal finden wir uns ja auch in Situationen, wo wir überlegen, soll ich das oder lass ich es lieber. Und umgekehrt braucht es von dem, der drinnen hinter der Tür ist, den Mut aufzumachen...

Und solche Türsituationen, die gibt es nicht nur an der Haustür oder Wohnungstür. Die gibt es x Mal am Tag: z.B. die Tür zur Küche oder die Tür in das Zimmer eines anderen: Trau ich mich gerade jetzt dort anzuklopfen und um Einlass zu bitten? Bin ich drinnen bereit, mich stören zu lassen und bereitwillig zu öffnen? Die Tür am Büro beim Arbeitskollegen oder eine Tür im Krankenzimmer. Auf der einen Seite vielleicht jemand, der sich so danach sehnt, dass endlich mal jemand klopft und um Einlass bittet. Oder aber der Arzt, der sich meldet, um unter Umständen eine
schwierige Diagnose zu verkünden …

Papst Franziskus will uns alle diese verschiedenen Türsituationen vor Augen führen und wir haben es alle miteinander in der Hand, ob diese Situationen geöffnet werden für die Barmherzigkeit oder wir sie ihr verschließen.

Lassen wir uns also durch die Pforte der Barmherzigkeit hier an der Kirche, durch die wir in diesem Jahr oft ein- und ausgehen, an die vielen Türschwellen in unserem Leben erinnern, die wir miteinander öffnen und durch die wir Gottes Barmherzigkeit in unser eigenes Leben, aber auch in
das Leben vieler Menschen hereinlassen können. Amen.

So wünschen wir Ihnen ein gesegnetes und frohes Neues Jahr 2016. Möge es durch unser aller Wirken ein barmherziges Jahr werden, im Großen, wie im Kleinen.

Mit herzlichem Gruß
Das Team des Edith-Stein-Haus Parchim